Algen-Risiko-Rechner | Teich-Rechner
Bewerte das Algenrisiko in deinem Teich mit einem 0–100 Score und Empfehlungen.
Was dieser Rechner macht
Geben Sie die täglichen Sonnenstunden ein (wie viele Stunden direkte Sonne der Teich erhält), die Wassertemperatur und den aktuellen Nährstoffgehalt (basierend auf Fischbesatz und Düngerabfluss). Der Rechner liefert einen zusammengesetzten Risikowert von 0–100.
Bedienungsanleitung
- Risikostufen: Niedrig (0–24) – kaum Maßnahmen nötig. Mäßig (25–49) – UV-Klärer und Gerstenstroh erwägen. Hoch (50–69) – Oberfläche mit Seerosen beschatten und Fütterung reduzieren. Sehr hoch (70+) – sofortige Maßnahmen: Wasserwechsel, UV-Upgrade und Nährstoffreduktion.
- Der Wert ist ein Frühindikator, keine Garantie. Algenblüten hängen auch von Teichtiefe, Zirkulation und Fischbesatz ab. Ein UV-Klärer ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Grünwasser – wählen Sie 10–15W pro 1.000 Gallonen für vollsonnige Teiche.
Berechnungsbeispiele
Grünwasser (Phytoplankton) — 1.000 Gallonen stark besetzter Koi-Teich, TP = 0,05 mg/L, 8 Std. Direktsonne
TP-Schwellenwert: 0,02 mg/L; aktuelles TP ist 2,5-fach überschritten. TN:TP < 10 deutet auf Stickstoff-Mitlimitierung hin. UV-Klärer für 1.000 Gallonen eliminiert Grünwasser; Unterwasserpflanzen für langfristige Nährstoffkonkurrenz einsetzen.
Ein 25W UV-Klärer (10W pro 1.000 Gallonen) beseitigt Phytoplankton innerhalb von 3–7 Tagen. Ohne Beseitigung der Phosphorquelle (Kotteilchen, Futterreste) kehrt Grünwasser in Wochen zurück. Fütterung um 20% reduzieren und Elodea oder Vallisneria auf 30% der Wasseroberfläche bepflanzen.
Fadenalgen-Überwuchs — 500-Gallonen-Teich mit Wasserfall, Umwälzrate 0,5×/h, Volllicht, TP = 0,03 mg/L
Umwälzrate 0,5×/h liegt unter dem Minimum (1×/h); langsame Strömung auf Steinen begünstigt Spirogyra-Ansiedlung. Pumpe auf 1×/h verstärken; Fadenalgen manuell entfernen; Gerstenstroh-Extrakt (50 g je 1.000 L) einsetzen.
Verdopplung der Umwälzrate entzieht Fadenalgen das stagnierende Milieu. Gerstenstroh-Extrakt (H2O2-Freisetzung) unterdrückt Neubildung innerhalb von 2–4 Wochen. 40% Beschattung durch Schwimmpflanzen reduziert Lichteintrag ausreichend für dauerhaften Schutz.
Blaualgen (Cyanobakterien) — 2.000-Gallonen-Teich, Wassertemperatur 28°C, Verweilzeit > 5 Tage, TP = 0,08 mg/L
Blaualgenblüte: Temp. > 25°C + TP > 0,05 mg/L + TN:TP < 10. Cyanobakterien binden atmosphärischen Stickstoff, daher wirkt nur Phosphorreduzierung. Sofortmaßnahme: 50% Wasserwechsel.
Notfallmaßnahme: 50% Wasserwechsel senkt TP unter 0,02 mg/L; KEIN Algizid (Kupfersulfat) — giftig für Koi. Lanthaniumchlorid- oder Aluminiumblock in den Filter einbauen. Bei starker Blaualgenblüte Mikrozystin-Vergiftung möglich — Fische bei Anzeichen von Lethargie sofort umsetzen.
Schnellreferenz
| TP-Blühschwelle | > 0,02 mg/L (20 ppb) Gesamtphosphor im Teichwasser |
| TN:TP-Verhältnis | > 20 = Phosphorlimitiert (Phosphorbinder); < 10 = Stickstofflimitiert (Fütterung/Besatz reduzieren) |
| Unterwasserpflanzen-Ziel | 30% der Teichoberfläche mit Elodea, Hornkraut oder Vallisneria |
| Schwimmpflanzen-Beschattung | 40–50% Beschattung durch Wasserhyazinthe oder Muschelblume schneidet Phytoplankton die Lichtquelle ab |
| UV-Klärer | Wirksam bei schwebendem Grünwasser; unwirksam gegen festsitzende Fadenalgen |
| Umwälzrate | Mindestens 1×/h reduziert Nährstoffkonzentration und stagnante Bereiche |
Häufige Fehler
Teichwasserfarbe oder Algizid als einzige Algenbekämpfung einsetzen
Färbemittel blockiert Licht nur vorübergehend, bekämpft keine Nährstoffe; Kupfersulfat-Algizid tötet Nutzorganismen, lässt Ammoniak schießen und ist für Koi ab 0,2 mg/L giftig
Ursache bekämpfen: Fütterung um 20% reduzieren, Kotabsaugung, Biofiltration ausbauen — dann erst Algenpräparate einsetzen
pH-Anstieg während einer Algenblüte ignorieren
Starke Algenblüten heben den pH tagsüber auf 9,5–10,5; nachts fällt gelöster Sauerstoff unter 3 mg/L — Koi treiben am frühen Morgen tot an der Oberfläche
Im Sommer täglich pH messen; bei pH > 9,0 sofort Belüftung maximieren, 25% Wasserwechsel und manuelle Algenentnahme einleiten
Alle Algen aus dem Teich entfernen wollen
Ein dünner Aufwuchsalgenfilm auf Steinen und Folien ist natürliche Nahrung für Koi-Brut und Wirbellose; vollständige Sterilisierung zerstört diese Ressource
Kontrolle, keine Ausrottung: Phytoplankton und überwuchernde Fadenalgenmatten bekämpfen, dünne Biofilme auf Hartflächen bewusst erhalten
Langsam freisetzende Düngetabletten in Töpfen im Teichwasser verwenden
Phosphor löst sich direkt ins Teichwasser und liefert Algen exakt den Nährstoff für eine Blüte
Keine Düngetabletten in Töpfen unter Wasser; Flüssigdünger nur auf die Blattoberfläche außerhalb des Wassers auftragen
Hinweise für deutsche Teiche
Der Deutsche Koi-Verband (DKV) warnt vor der zunehmenden Häufigkeit sommerlicher Blaualgenblüten in deutschen Gartenteichen, die auf steigende Wassertemperaturen (Klimaerwärmung) und den Phosphoreintrag aus überdüngten Gärten zurückzuführen sind. In Deutschland ist das Einleiten von Teichwasser in Gewässer oder die Kanalisation ohne Phosphor-Vorbehandlung (< 0,1 mg/L TP) in vielen Bundesländern nach WHG (Wasserhaushaltsgesetz) meldepflichtig. Die Warnung vor Blaualgen-Kontaktgiften (Mikrozystin) gilt auch für Haustierhunde, die aus dem Teich trinken; bei sichtbarer Blaualgendecke sollte der Teich für Mensch und Tier gesperrt werden. Phosphatdünger für Rasen und Beete sollten durch phosphatfreie Alternativen ersetzt werden, um den Eintrag in nahe gelegene Teiche zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was verursacht Algenblüten in einem Teich?
Algen gedeihen, wenn Sonnenlicht, warmes Wasser und Nährstoffe (Stickstoff und Phosphor aus Fischabfall oder Oberflächenwasser) zusammentreffen. Ein Teich, der bei 24–32°C mehr als 8 Stunden Direktsonne erhält und hohe Nährstoffbelastung hat, ist stark gefährdet.
Wie kann ich das Algenrisiko senken?
Beschatten Sie 50–60 % der Wasseroberfläche mit Seerosen, reduzieren Sie die Fischfütterung, geben Sie Gerstenstrohauszug oder Nützlingsbakterien dazu, betreiben Sie einen UV-Klärer und führen Sie wöchentlich 10–20 % Wasserwechsel zur Nährstoffverdünnung durch.
Bei welcher Temperatur wachsen Algen am schnellsten?
Die meisten Teichalgen (einschließlich Grünwasseralgen und Fadenalgen) wachsen zwischen 21–32°C (70–90°F) am schnellsten. Unter 15°C (60°F) verlangsamt sich das Wachstum deutlich und unter 10°C (50°F) kommt es nahezu zum Stillstand.