Kostenloser Teichfilter-Rechner – Filterkapazität | Teichrechner

Kostenloser Teichfilter-Auslegungsrechner. Empfohlene Filterkapazität basierend auf Teichvolumen und Fischbesatz berechnen. Enthält Filtertyp-Leitfaden.

Was dieser Rechner macht

Teichvolumen und Besatzdichte eingeben, um empfohlene Filterkapazität und -typ zu berechnen. Höhere Fischdichte erfordert leistungsstärkere Filtration.

Bedienungsanleitung

  1. Kein Fisch verwendet den Faktor ×1,0 (Grundfilter), leichter Besatz ×1,5 (Druckfilter) und starker Besatz (viele Koi) ×2,0 (Mehrkammerfilter).
  2. Die biologische Filtration benötigt mindestens 4–6 Wochen zur vollständigen Einfahrung. In neuen Teichen die Fütterung reduzieren und die Wasserqualität häufig überwachen.

Berechnungsbeispiele

Kleiner Gartenteich, 270 Gallonen, wenige Goldfische

Absetzkammer: 270 × 0,07 = ca. 19 Gal Minimum. Biomedien (statisch): 270 ÷ 1.000 × 1,5 ft³ = 0,4 ft³. Pumpenleistung: 270 GPH (stündliche Umwälzung).

Ein Kompakt-Boxfilter mit 20-Gal-Kammer und 0,5 ft³ Keramikringen reicht aus. Bei Maximalbesatz auf 0,8 ft³ upgraden.

Mittelgroßer Koiteich, 1.795 Gallonen, 7 Koi

Absetzkammer: 1.795 × 0,08 = ca. 144 Gal Wirbel oder Trommel. Biofiltrat: 1.795 ÷ 1.000 × 2 ft³ = 3,6 ft³ statisch ODER K1-Fließbett in 9-ft³-Kammer bei 40 % Befüllung.

3-Kammer-Filter: Wirbel (144 gal) → K1-Fließbett (9 ft³, 40 %) → UV. Pumpe 1.800–3.600 GPH; Volldurchsatz alle 30–60 min.

Großer Koiteich, 6.000 Gallonen, 24 Koi

Absetzkammer: 6.000 × 0,10 = 600 Gal Trommelfilter. Biofiltrat: 6.000 ÷ 1.000 × 2 ft³ = 12 ft³ statisch ODER K1 in 30-ft³-Kammer bei 40 % Befüllung.

Mehrkammersystem: Trommelfilter (600 gal) → K1-Fließbett (30 ft³) → statische Nachfiltrierung → 2× 40 W UV → Rücklauf. Pumpe 3.000–6.000 GPH.

Kurzreferenz

Absetzkammer5–10 % des Teichwasservolumens; Richtwert 7–8 %
Statische Biomedien1–2 ft³ pro 1.000 Gal Teichvolumen (Keramikringe, Lavargestein)
K1-FließbettKammer zu 40 % befüllen; niemals 50 % überschreiten
DurchflussrateGesamtvolumen alle 1–2 Stunden durch Filter (0,5–1×/h)
UV-PositionNach Biofilter, vor Teichwasserrücklauf (nur gefiltertes Wasser)
Mehrkammer-ReihenfolgeMechanisch → biologisch → UV → Teichwasserrücklauf

Häufige Fehler bei der Filtersizierung

Absetzkammer unter 5 % des Teichvolumens dimensionieren

Feststoffe gelangen in die Biokammer, verstopfen das Medium innerhalb von Tagen und lösen durch zersetzende Abfälle Ammoniak-Spitzen aus.

Absetzkammer (Wirbelkammer, Trommel, Box) auf mindestens 7 % des Teichvolumens auslegen. Wöchentlich reinigen — sie ist das primäre Feststoffabscheider-Element.

K1-Fließbett über 50 % befüllen

Medien können nicht frei bewegen, Channeling entsteht, aerobe Biofilm-Abdeckung sinkt um 30–60 %, Ammoniakentfernung bricht ein.

K1 exakt auf 40 % Kammervolumen befüllen. Mit geeichtem Behälter messen, nicht schätzen. Von unten mit Gebläse bei 2–4 CFM pro ft³ Medium belüften.

Filter bei Stromausfall umgehen oder abschalten

Innerhalb von 4–6 Stunden entwickeln sich anaerobe Bedingungen. Beim Neustart gelangen Schwefelwasserstoff und Ammoniak direkt in den Teich.

Batterie- oder USV-gespeiste Luftpumpe installieren, die Biomedien mindestens 6 Stunden aerob hält. Nach Stromausfall Hauptpumpe über 30+ Minuten langsam hochfahren.

Filter auf Jungfischbestand statt auf adulten Endbestand auslegen

Koi wachsen jährlich 7–15 cm. Ein für Jungfische ausgelegter Filter ist nach 2–3 Saisons überlastet und verursacht chronisch erhöhte Nitritwerte.

Auslegung auf den Besatz in 5 Jahren. 250 gal/Koi für Adulte anwenden. Biofilter sollten 20–30 % Puffer haben, da sie träge auf Überlastung reagieren.

Hinweise für deutsche Teichhalter

In Deutschland schreibt die DIN 18936 keine spezifischen Mindestvorgaben für Gartenteichfilter vor, jedoch empfiehlt die GKF (Gemeinschaft Koi-Freunde Deutschland) eine Filterdimensionierung auf mindestens 1,5-faches Teichvolumen als Nettobiomedienmenge für Koiteiche ab 5.000 Litern. Bei Frostperioden unter −15 °C — in Bayern und Baden-Württemberg keine Seltenheit — frieren Außenleitungen zwischen Filter und Teich gefährlich schnell ein; Rohrdämmung (Armaflex 19 mm) und beheizter Filterkeller sind Standard für Ganzjahresbetrieb. Strompreise von 30–40 ct/kWh machen eine effiziente Pumpen- und Gebläseauslegung wirtschaftlich relevant: Frequenzumrichter an der Teichpumpe reduzieren den Energieverbrauch um bis zu 40 %.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welcher Filtertyp ist am besten für einen Koiteich?

Mehrkammerfilter (auch Perlfilter oder Wirbel+Biofilter-Systeme genannt) sind am besten für Koiteiche. Sie bieten mechanische Filtration (Feststoffentfernung) und biologische Filtration (Umwandlung von Ammoniak in Nitrat). Druckfilter funktionieren für kleinere Teiche unter 2.000 Gallonen.

Wie lange dauert es, bis ein neuer Teichfilter eingefahren ist?

Ein neuer Filter braucht 4–8 Wochen, um vollständig einzufahren (nützliche Bakterien zu etablieren). Testen Sie in dieser Zeit täglich das Wasser, füttern Sie die Fische sparsam und führen Sie häufige Wasserwechsel durch. Verwenden Sie ein Bakterien-Startprodukt, um den Prozess zu beschleunigen.

Was ist biologische Filtration und warum ist sie wichtig?

Biologische Filtration verwendet nützliche Bakterien (Nitrosomonas und Nitrobacter), um giftiges Ammoniak (aus Fischabfällen) in Nitrit und dann in relativ harmloses Nitrat umzuwandeln. Ohne biologische Filtration sammelt sich Ammoniak an und tötet Fische.

Wie oft sollte ich meinen Teichfilter reinigen?

Mechanische Filtermedien (Schwamm, Bürsten) monatlich oder wenn der Durchfluss merklich nachlässt reinigen. Biologische Filtermedien (Biobälle, Keramikringe) niemals mit Leitungswasser reinigen – Teichwasser verwenden, um nützliche Bakterien zu erhalten.

Kann ich einen einzelnen Filter für einen stark besetzten Koiteich verwenden?

Für stark besetzte Koiteiche reicht ein einzelner Filter selten aus. Verwenden Sie ein mehrstufiges System: Wirbelkammer (entfernt große Feststoffe) → Absetzkammer → biologischer Filter → UV-Klärer. Dies bietet Redundanz und überlegene Wasserqualität.

Wie dimensioniere ich einen Sumpffilter (Bog-Filter) für meinen Teich?

Ein Sumpffilter sollte 10–15 % der gesamten Teichoberfläche bei geringem Besatz und bis zu 25–30 % bei stark besetzten Koiteichen ausmachen. Beispiel: Ein Teich mit 10 m² Wasserfläche benötigt einen 1–3 m² großen Sumpffilter. Verwenden Sie Kies (2–5 cm) als Filtermaterial und bepflanzen Sie ihn dicht mit Uferstauden wie Schwertlilie, Schilf und Rohrkolben.

Wie viel Sumpffilter benötige ich?

Die benötigte Sumpffilterfläche hängt von Fischbesatz und Teichvolumen ab. Faustregel: 1 m² Sumpffilter pro 1–2,5 m² Teichoberfläche. Bei Koiteichen die höhere Verhältniszahl wählen. Der Sumpffilter wirkt als natürlicher biologischer Filter: Pflanzen nehmen Nitrat auf, während der Kies nützlichen Bakterien als Siedlungssubstrat dient.